Vereinschronik

Am Abend des 2.11.1971 versammelten sich im Cafe "Wiener Hof" eine kleine Gruppe von Hobby-Schachspielern um einen kühnen Gedanken umzusetzen. Dies war die Geburtsstunde der Schachfreunde Forst. Der Verein wurde gegründet mit der Absicht das Schachspiel, dem noch das Cafehaus-Image vergangener Jahre anhaftete, auch in Forst zu einer wettbewerbsfähigen Sportart zu führen. Obwohl es damals schon Schachverbandskämpfe gab, dauerte es immerhin weitere 10 Jahre bis Schach von den Finanzätern als gemeinnützig und steuerbegüstigte Tätigkeit anerkannt wurde. Das Gründungsturnier und somit die erste Ortsmeisterschaft gewann Klaus Ritter. Bis zur ersten Verbandsrunde ab Oktober 1972 fanden einige Freundschaftsspiele gegen benachbarte Vereine statt, um das Niveau der Mannschaft einschätzen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass alle Spiele gewonnen wurden, durfte die Mannschaft auf Empfehlung des Karlsdorfer Schachvereins in der B-Klasse starten. Ein Durchmarsch in die A-Klasse war die Folge. Die Siegesserie hielt an und man fand sich zwei Jahre später in der Bezirksklasse wieder. Dort mussten wir dann am letzten Spieltag die erste Niederlage gegen den KSF einstecken und verpassten dadurch den erneuten Aufstieg denkbar knapp. Der Verein erhielt regen Zuwachs und wir konnten nach 4 Jahren schon drei Mannschaften melden. Im Jahre 1975 bestritt der erst 12 jährige Claus Fohler, der später noch für grosse Furore sorgen sollte, sein erstes Verbandsspiel und fiel damals schon durch sein kompromissloses Angriffsspiel auf. Die 1. Mannschaft verpasste wiederum am letzten Spieltag wegen einem Brettpunkt den Aufstieg in die Bereichsklasse. 1976 bekamen die Schachfreunde hohen Besuch von Großmeister Wolfgang Unzicker, der bei einer Simultanvorstellung an 40 Brettern gleichzeitig spielte und lediglich gegen Werner Gutzen eine halben Punkt abgab, ansonsten aber alle anderen Partien für sich entscheiden konnte.

Wolfgang Unzicker beim Simultanspiel
Derart gut trainert wurde dann auch prompt der Aufstieg in die Bereichsklasse und 3 Jahre später auch in die Landesliga geschafft. Die Runde 1980/81 war besonders erfolgreich für den Verein, der inzwischen fünf Mannschaften stellen konnte: Claus Fohler stieg auf badischer Ebene in das Meister B Turnier auf, Claudia Gutzen wurde Bezirksmeisterin, Martin Fohler Vizemeister bei den Schülern und die Jugend nordbadischer Mannschaftsmeister. Die Fohler-Brüder bestätigten ihre Ausnahmestellung im Bezirk Karlsruhe auch im darauffolgenden Jahr,beide wurden Bezirksjugendmeister, Claus in der A, Martin in der B-Jugend und waren massgeblich an der Erringung der nordbadischen Meisterschaft beteiligt. Bis zum Jahr 1987 musste der Verein eine längere Durststrecke durchstehen, die dann aber spektakulär beendet wurde. Forst wurde völlig überraschend Bezirkspokalmeister, nachdem man im Verlaufe des Pokalwettbewerbs mit Karlsruhe und Untergrombach zwei Bundesligisten aus dem Rennen werfen konnte. Den absoluten sportlichen Höhepunkt bis dahin erreichte unser Verein jedoch im Jahre 1990. Claus Fohler, der als völliger Aussenseiter im Meister A-Turnier gehandelt wurde, setzte sich auf dem Badischen Schachkongress in Mannheim gegen acht erfahrene Bundesligaspieler durch und wurde als erster Landesligaspieler überhaupt Badischer Meister. Nebenbei gewann er noch den Schöheitspreis für die beste Partie des Turniers und wurde in die badische Ländermannschaft berufen. Von der Woge der Euphorie getragen ging der Titel des Bezirkspokalmeisters zum zweiten Mal nach Forst. Die 2. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die A-Klasse. Wegen beruflichen Gründen musste dann aber Claus Fohler Forst verlassen.

33 jährige Vorstandsarbeit:
Markus Zieger überreicht an
Alfred Hügel einen Geschenkkorb
Diesen Verlust konnte die 1. Mannschaft nicht gleichwertig ersetzen und musste nach 13 Jahren aus der Landesliga absteigen. Im Stile einer Fahrstuhlmannschaft konnte die 1. Mannschaft sofort wieder aufsteigen, um in der Verbandsrunde 1995/96 erneut abzusteigen. Seit der Saison 1996/97 spielt die erste Mannschaft ununterbochen in der Landesliga, während die zweite Mannschaft über A-Klasse, Bezirksklasse, A-Klasse nun wieder in der B-Klasse gelandet ist. Das 25 jährige Vereinsjubiläum wurde im Oktober 1997 mit einer Festveranstaltung im Jägerhaus in Forst gefeiert. Im April 2000 wurde Franz Fohler auf dem Badischen Schachkongress in Umkirch Badischer Nestorenmeister. Im Oktober 2001 wurde der Bezirksschachtag zusammen mit dem Länderkampf Baden-Elsaß ausgetragen. Gleichzeitig fand noch eine Mannschaftsführerschulung statt. Am Ende einer 33 jährigen Tätigkeit in der Vorstandschaft übergab Alfred Hügel in der Hauptversammlung 2004 die Verantwortung des 1. Vorsitzenden an Markus Zieger. Ein Höhepunkt war das Spieljahr 2007/2008. Forst wurde zweifacher Meister und stieg in Landesliga und Bezirksklasse auf. Im Jahre 2008 wurde mit dem Umbau des alten Feuerwehrhauses begonnen, das als zukünftiges Vereinsheim dienen wird. 2009 wurde vom provisorischen Vereinsheim beim Obst-und Gartenbauverein ins fertiggestellte Vereinsheim im alten Feuerwehrhaus eingezogen. Unzählige Stunden verbrachten die Vereinsmitglieder auf der Baustelle, damit der Verein fortan ein sehr attraktives Vereinsheim hatte. Die richtige Nagelprobe fand allerdings erst im Jahre 2011 statt, als im "Spiegelsaal" des Vereinsheimes die "Offene Badische Schnellschachmeisterschaft" durchgeführt wurde. Alles war bestens organisiert und die Meisterschaft fand in sehr schönem Ambiente statt, was auch viel Lob einbrachte. Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschicht stellte sich dann im April 2015 ein. Mit dem Slogan "Meister, Meister, Aufsteiger" konnte man den gleichzeitigen Aufstieg von 3 Mannschaften feiern, zwei davon holten zusätzlich die Meisterschaft. Das gabs noch nie.

Meister, Meister, Aufsteiger


24 Jahre Jugendleiter: Franz Bolz


Im Januar 2016 beendet Franz Bolz nach 24 Jahren seine Jugendleitertätigkeit und übergibt an Karl Dauner dieses Amt. Dafür erhielt er -neben einem Geschenkkorb von Vorstand Markus Zieger- auch die Ehrenmedaille der Gemeinde Forst.
Zum wechselhaften Auf und Ab der einzelnen Mannschaften gibt es auch eine Statistik. Die Schachfreunde Forst werden auch in Zukunft in Badens Schach eine gute Adresse sein.

In Memorian Alfred Kübler


Alfred Kübler
Alfred Kübler war einer der Mitbegründer der Schachfreunde Forst. Durch sein unermüdliches Schaffen und immensen Ideenreichtum hat er wesentlich zur Entwicklung des Vereins beigetragen. Mit der Herausgabe des "Schacheumels", einer Schachzeitschrift verwirklichte er sein Lebenswerk. Als passionierter Fernschachspieler konnte er internationale Kontakte knüpfen, Erfahrungen mit anderen Schachspielern austauschen und sein Wissen durch diese Zeitschrift einer breiten Leserschaft mitteilen. Sein früher Tod war für unseren Verein ein unermesslicher Verlust. Wir werden in ewig in Erinnerung behalten.