Bericht zum 9. Spieltag der Saison 2021/22

Landesliga Nord 2 : Forst 1 - Neureut 1 = 4,5 : 3,5
Im Heimspiel gegen Neureut gelang der Forster Ersten gegen die ebenbürtigen Gäste aus Neureut ein knapper Erfolg. Großen Anteil daran hatten Harald Löffler und Julian Dauner an den beiden Spitzenbrettern, die mit einem Remis und einem Sieg das Fehlen von Benedikt Dauner wettmachten.
Harald ließ seinen fast 200 DWZ-Punkte stärker eingeschätzten Kontrahenten bis zum ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel nicht zur Entfaltung kommen und verdiente sich das Remis redlich. Julian brachte in einer sauberen Positionspartie seinen nominell ebenfalls besseren Gegner in eine sehr passive Stellung, ließ kein Gegenspiel mehr zu und entschied die Partie durch einen Freibauern auf der h-Linie zu seinen Gunsten.

Brett 2: Dauner, Julian - Feger, Andreas
Klassisches Eindringen in die 7. Reihe: Nach dem Zurückweichen des schwarzen Läufers mit 20...Lc7 kann Weiß ungestört die a-Linie okkupieren ... ...und nach 21. Tfa1 Tac8 22. f4 f6 23. Ta7 Lf7 24. Tb7 Te7 25. Taa8 mit beiden Türmen in die 7.Reihe eindringen. Später entschied ein Freibauer auf der h-Linie die Partie.
Hätte Schwarz hingegen mit 20...b4 ! reagiert wäre die Sache längst nicht so klar. Nach 21. Tfa1 bxc3 22.Lxc3 Lxc3 23.Txa8 Lxd4+ 24.Ke2 Kf8 25.Txe8 Kxe8 26.Ta8+ Ke7 27.Sb3 Lxc5 28.Scc5 Sxc5 29.Tc8 dxe4 30.Txc6 exf3+ 31.Lxf3 Sd7 hätten wir diese Stellung (Houdini läßt grüßen)

Andre Kesselring, der für Benedikt eingesprungen war, remisierte bereits im frühen Mittelspiel, ohne dass es zu nennenswerten Kampfhandlungen gekommen war. Hingegen musste Steffen Hoffmann eine Niederlage hinnehmen, die seinem exorbitanten Zeitverbrauch beim Versuch ohne eigene Königssicherheit anzugreifen, geschuldet war.
Mit einem unglücklichen Misserfolg endete die Partie von Markus Wiederspahn und damit auch seine makellose Siegesserie. In vorteilhafter Stellung ließ Markus einen Augenblick lang die gegnerischen Möglichkeiten außer Acht und büßte ersatzlos einen Springer ein. Das Pech von Markus wurde durch einen glücklichen Sieg von Karl Dauner wieder ausgeglichen. Dessen jugendlicher Kontrahent wickelte in ein verlorenes Bauernendspiel ab, statt seinen Vorteil im Turmendspiel zu verwerten. Hier eroberte Karl durch Zugzwang zuerst einen Bauern und führte anschließend seinen letzten verbliebenen Bauern zur Umwandlung.
Brett 4: Dauner, Karl - Uhlmann, Tim
Nach 28...Te1 Schach und 29. Kf2 wickelte Schwarz mit 29...Te5 30.Txe5 dxe5 31. Ke3 in ein verlorenes Endspiel ab. Der weiße König belagert den Bauern e5 und hat genügend Tempi. Stattdessen war für Schwarz das Manöver Ta1 mit eventuellem Tb1 und Überforderung des weißen Turms in der Verteidigung oder nach 30. Txb5 mit günstigerem Abtauschverlauf angesagt, da Schwarz den Bauern a2 mit Schach schlägt. Schwarz stünde laut Engine leicht besser.

Auch Gerhard Brückel konnte seine Partie gewinnen. Einen zuerst auf d5 und dann auf e6 eingepflanzten Springer wollte sein Gegenüber nicht weiter dulden und gab einen Turm dafür her. Danach konnte Gerhard die Partie überraschend schnell durch einen Angriff mit allen 3 Schwerfiguren für sich entscheiden und mit Markus gleich ziehen. Beide haben jetzt 5 Punkte aus 6 Partien und führen die Top-Scorer-Tabelle der Landesliga an!
Brett 6: Brückel, Gerhard - Wäsch, Timo
Der Springer auf d5 dominiert die Stellung und Weiß steht bereits besser. Auf e6 blockierte der Springer einige Züge später entscheidend das schwarze Spiel.

Wieder einmal spielte Martin Fohler am längsten. Auch bei ihm war ein Bauernendspiel auf dem Brett, das für Martin kritisch aussah. Bei näherem Hinsehen zeigte sich aber, dass sich die Stellung in einem dynamischen Gleichgewicht befand. Der Neureuter Spieler bemühte sich zwar lange, Martin noch zu überlisten, doch der behielt die Nerven und sicherte mit seinem Remis den knappen Forster Sieg.
Großes Interesse bei der letzten laufenden Partie...


Bericht: K. Dauner, Foto/Analysen: G. Brückel