Bericht zum 8. Spieltag der Saison 2021/22

Landesliga Nord 2 : KSF 3 - Forst 1 = 4 : 4
Am achten Spieltag der Verbandsrunde trat unsere erste Mannschaft gegen KSF III an. An allen Brettern stießen wir auf "alte" Bekannte aus den vielen Jahren, in denen wir gegen die Karlsruher spielen. Langeweile kam dennoch nicht auf und trotz nomineller Überlegenheit mussten wir einen Mannschaftspunkt abgeben.

Blick in den Spielsaal in der Merkur-Akademie

Der Kampf wogte über nahezu 6 Stunden hin und her, und die erste Entscheidung fiel am Spitzenbrett erst nach fast vier Stunden Spieldauer. Hier trennte sich Benedikt Dauner friedlich remis. Kurz darauf musste Steffen Hoffmann die erste Niederlage für Forst quittieren. Obwohl er im Endspiel zwei Bauern weniger hatte, wäre wohl ein Remis möglich gewesen, aber er erwischte eine falsche Abwicklung und konnte trotz Rückgewinn beider Bauern die Verwandlung eines gegnerischen Freibauern zur Dame nicht mehr verhindern. Dann dauerte es fast eine weitere Stunde, ehe Gerhard Brückel seinen Vorteil in einen schönen Sieg umwandeln konnte und den Gleichstand wieder herstellte.
Brett 7: Brückel - Shahisavandi
In der symetrischen Variante der Englischen Eröffnung zog Schwarz 8...e5. Danach hat Weiß mit 9.Sb5 a6 10. Sd6 Dc7 ein sehr bequemes Spiel. Am stärksten wäre nun die Fortsetzung b3 gewesen. Im späten Mittelspiel ergab sich diese Stellung nach 29. b3. In der Folge wurde die Schwäche des Bauern a6 deutlich und die Partie war nach wenigen weiteren Zügen für Weiß gewonnen. Es folgte 29...Sd6 30. Txc8+ Sxc8 31. a4 Sd6 32. Lc7 bxa4 33. bxa4 Se8 34.Lb6 Sf6 35.Lxa6 Sxd5 36.Lc4 1-0

An den restlichen Brettern ging es zum Teil hoch her. Harald Löffler hatte in der Eröffnung einen Bauern gewonnen und starken Angriff, doch plötzlich musste er einen Turm und zwei Leichtfiguren für die Dame geben und - scheinbar - um das Remis kämpfen. Leider sah Harald ein gewinnbringendes Damenmanöver nicht und musste mit Dauerschach vorlieb nehmen.
Brett 2: Litvinov - Löffler
Mit 26...Dg1+ 27.Kb2 und dann Qc5 wäre 28.Kb3 erzwungen gewesen Nach 28... a5 mit der Drohung a4+ wäre die weiße Stellung schließlich überfordert gewesen. Schade.


Bei Karl Dauner war die ganze Zeit über eine große Remisbreite auf dem Brett und allen Bemühungen zum Trotz reichte es am Ende auch nicht für mehr. Auch bei Julian Dauner war im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern die Remisbreite groß - mit eben diesem Ergebnis.
Für einen Lichblick sorgte dann Markus Wiederspahn. Nach fast 6 Stunden Spieldauer und 64 Zügen konnte er endlich den verdienten Sieg einfahren. Dabei quälte Markus sich und seinen Gegner unnötig lange, denn schon im 19. Zug hätte er mit einer einfachen Kombination großen Materialvorteil erlangen können. Aber Ende gut alles gut - mit seinem fünften Sieg in der fünften Runde liegt Markus in der Liste der Besten Bretter auf Rang 1!

Brett 6: Rochau - Wiederspahn
Im 19. Zug zog Weiß Sg5. Das hätte Markus sofort bestrafen können mit Bauer von e5 nach e4 und Angriff auf den Läufer d3, der keine Rückzugsfeld hat. Markus war zu sehr auf seinen vorherigen Plan fixiert und entschied sich für das wesentlich friedlichere Sd7 nach f6. Mit der Folge, dass er sich noch mehr als 40 weitere Züge quälen musste, bis er den verdienten Punkt einfahren konnte. Im Mittelspiel hat Markus seinen Stellungsvorteil in einen gesunden Mehrbauern umgemünzt. Nach mehreren Anläufen fand er schließlich im 49. Zug den richtigen Gewinnweg mit Tc6. Weiß ist hoffnungslos verloren, denn Schwarz wird sich den weißen g-Bauern abholen und die beiden verbundenen Freibauer auf der e- und f-Linie sind nicht mehr zu halten. Es dauerte zwar noch 15 weitere Züge, aber ab dieser Position war "nur" noch saubere Technik gefragt.

Bleibt noch Martin Fohler, der einmal mehr die längste Partie des Tages spielte - und leider mit leeren Händen nach Hause gehen musste. Seine Figuren hatten sich in der gegnerischen Bretthälfte verlaufen, während gleichzeitig sein Kontrahent einen Bauern zur Verwandlung zu bringen drohte. Martin musste das mit einem Figurenopfer verhindern, konnte aber den Materialnachteil nicht kompensieren. Am Ende steht ein 4:4 was bedeutet, dass wir gegenüber dem Tabellenführer Ettlingen einen Abstand von zwei Punkten haben und auch die starke Bruchsaler Mannschaft hat einen Vorsprung von einem Mannschaftspunkt uns gegenüber. Beides aufzuholen dürfte schwierig werden.


Bericht: M. Wiederspahn, Foto/Analysen: G. Brückel