Paukenschlag zum Saisonende

Landesliga Nord 2: 9. Spieltag 2019/20 Forst - Walldorf 4,5 : 3.5
Die 1. Mannschaft der Schachfreude Forst setzte mit seinem Sieg gegen den bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer aus Walldorf am letzten Spieltag der coronabedingt erst jetzt beendeten Saison 2019/2020 ein dickes Ausrufezeichen.

Der Verbandstag hatte am 26.06.21 beschlossen, die beiden letzten Spieltage der Saison 2019/20 sehr kurzfristig am 04.07. und 25.07. durchzuführen. Dadurch blieb den Vereinen kaum Zeit ein der aktuellen Corona-Verordnung entsprechendes Spiellokal und spielfähige und -willige Mannschaften zu organisieren. Dass es dadurch zu sehr vielen Spielausfällen kam, war abzusehen. Davon waren auch die Forster Mannschaften betroffen, deren Gegner allesamt am 8. Spieltag absagten und Forst kampflos die Punkte überließen.

Unter diesen Vorzeichen ist es Walldorf hoch anzurechnen, trotz bereits feststehender Meisterschaft, am letzten Spieltag mit einer guten Mannschaft anzutreten, um die Saison sportlich fair zu Ende zu bringen.

Zwar spielte Walldorf, ebenso wie Forst, nicht in Bestbesetzung, war aber dennoch deutlicher Favorit. Vermutlich spielte die Motivation eine nicht unerhebliche Rolle, dass es anders kam. Schließlich konnte Forst mit einem Sieg oder Unentschieden und einem gleichzeitigen Punktverlust von Ettlingen noch Zweiter werden und aufsteigen.

Mit einem frühen Remis von Ersatzmann David Scheja nach zahlreichen Abtauschaktionen begann der Kampf recht vielversprechend. Leider zeichnete sich bei Martin Fohler nach einem bekannten gegnerischen Scheinopfer bereits in der Eröffnung Probleme ab. Nach taktischen Schlägen musste Martin mit seinem in der Mitte stecken gebliebenen König bald die Segel streichen. Besser lief es bei Steffen Hoffmann, dessen Gegner seine Verteidigung nicht knacken konnte und ausgekontert wurde. Damit ist Steffen mit 6 Punkten aus 8 Partien der Top-Scorer der Mannschaft und kann sich über einen satten DWZ-Zugewinn freuen.

Gerhard Brückel hatte mit einem isolierten d-Bauern und einem Doppelbauern auf der f-Line strukturelle Schwächen, die durch sein Läuferpaar einigermaßen kompensiert wurden. Nach dem Abtausch eines Läufers und einem taktischen Übersehen kam sein Gegner schnell zum entscheidenden Angriff auf dem geschwächten Königsflügel und zum vollen Punkt. Auch bei Markus Wiederspahn sah es nach einer ungünstigen Abwicklung zunächst nicht gut aus, aber Caissa war ihm wohlgesonnen und bescherte ihm eine Springergabel, die mehrzügig entscheidenden Materialgewinn einbrachte. Zwischenstand: 2,5 : 2,5.

Um Gewinnschancen zu generieren, wählte Julian Dauner in einer als remislich geltenden Eröffnungsvariante eine riskante Fortsetzung mit Bauernraub. Seinem Gegner gelang es in der Folge jedoch nicht Kompensation nachzuweisen, so dass Julian trotz großer Zeitnot die auftauchenden Drohungen parieren und in ein gewonnenes Endspiel überleiten konnte. Karl Dauner lieferte dem nominell stärksten Walldorfer einen spannenden Kampf auf Augenhöhe, der nach einer gegnerischen Nachlässigkeit zu einem Figurengewinn hätte führen können. Leider übersah Karl diese Möglichkeit und in Zeitnot auch noch eine weitere Chance zu großem Vorteil. Stattdessen überschritt er in einem Moment nachlassender Spannung in bereits schlechterer Stellung die Zeit. Nun lief beim Stand von 3,5 : 3,5 nur noch die Partie von Benedikt Dauner. Benedikt war mit etwas nachteiliger Stellung aus der Eröffnung gekommen, konnte aber im weiteren Verlauf die Partie ausgleichen. Kurz vor der Zeitkontrolle machte sein Gegner den entscheidenden Fehler und verlor einen Bauern. Diesen Vorteil ließ sich Benedikt nicht mehr nehmen und führte das Endspiel trotz geistreicher Verteidigung sauber zum Partiegewinn und zum Forster Sieg.

Leider gewann auch Ettlingen sein Spiel deutlich, so dass Forst punktgleich, aber mit 4 Brettpunkten weniger doch nur der dritte Platz blieb. Trotzdem ein toller Erfolg im ersten Jahr Landesliga!

Bericht: Karl Dauner