"Tandem-Chess Legends" knapp vor "Team Ouzo"

Zwei Wiesentaler, zwei Bruchsaler und drei Forster Mannschaften spielten beim traditionellen Tandemturnier mit, das in den letzten Jahren abwechselnd in Wiesental und in Forst stattfand. Das Turnier sollte eigentlich um 19 Uhr starten, wurde aber auf Bitten einer Mannschaft auf 20 Uhr verlegt. Kein Problem bei der lockeren Atmosphäre, da doch bei diesem Turnier der Spaß und die Freude beim Tandemspiel im Vordergrund steht. Und das können die Schachspieler kurz vor der Verbandsrunde gut gebrauchen, wenn dann der "Ernst des Schachspielerlebens" wieder los geht.

Immer zwei Bretter im Auge behalten...

Die phantasievollen Namen der 7 Zweierteams lauteten diesesmal: "Oberspeyerer Feld", "The Tandem-Chess Legends", "Team Ouzo", "Pink Panther", "Goofy", "Gewinnen mit Kessel" und der "Flotte Dreier". Zunächst hatte der Turnierleiterassistent das falsch verstanden mit dem "Flotten Dreier" und notierte "Lotto Dreier", was ja auch Sinn macht. "Die hoffen auf einen Gewinn" dachte der sich sogleich. Tatsächlich spielte der "Flotte Dreier" mit 3 Mann, die sich beim spielen abwechselten. 1 Spieler hatte eben gefehlt für eine achte Mannschaft. Somit mußte in jeder Runde eine Mannschaft pausieren. Eine Vor- und eine Rückrunde "Jeder gegen jeden" mit jeweils 2 Partien mit unterschiedlichen Farben war angesagt, also insgesamt 24 Partien pro Mannschaft.

Viererblitz, Tandem oder Bughouse ist die einzige Schachvariante, die sich im Internet nicht wirklich gut spielen läßt. Die Kommunikation der beiden Partner per Chat ist zu träge und zu umständlich. Und man verliert leicht den Überblick bei den zwei dargestellten Brettern, die gleichzeitig an einem Computermonitor dargestellt werden. Wer unbedingt im Internet sowas ähnliches wie Tandemschach spielen möchte sollte auf die Variante Crazyhouse zurückgreifen. Dort spielt man wie im Normalschach gegen einen Gegner und bekommt vom Server immer das soeben geschlagene Material in derselben Farbe mit der man gerade spielt zum Einsetzen zur Verfügung gestellt. Ganz schön witzig. Diese Schachvariante kann am realen Brett dagegen nicht gespielt werden. Also ein Grund mehr, Tandemschach bei unserem traditionellen Turnier zu spielen.

Am realen Brett beim Tandemschach kommt es dann auch nicht unbedingt darauf an, was man gerade an Material in den Händen hält. So nützt das Material gar nichts, wenn gerade der Gegner die Initative hat. Ja, die Initiative, die ist praktisch die Hautstrategie beim Vierer. Ausser einigen speziellen Eröffnungsvarianten z.B.: 1.Sf3 d5 ? 2.Sg5 ! wie soll Schwarz das Opfer auf f7 noch verhindern, es geht nur noch Sh6 und schon steht Schwarz schlecht. Weitere gute Tipps sind: Möglichst nicht rochieren, möglichst keinen c-Bauern bewegen, damit beispielsweise auf c2 kein Springer eingesetzt werden kann. Oder wer den Lc1 von seinem Feld zieht muss meist immer mit dem Einsatz eines gegnerischen Bauer auf a3 rechnen. Danach gibts meist Probleme am Damenflügel. Als Weißspieler etwas langsamer beginnen, damit vom Partner möglichst schon ein geschlagener Bauer rüberkommt und man den im frühen Stadium schon einsetzen kann ist auch keine schlechte Idee. Dann gibt es noch die nicht-mehr-ziehen-Strategie, das gemeine Uhr laufen lassen und das unsportliche verschwindenlassen von Figuren in der Hemdstasche, damit der Gegner sie nicht sehen kann. (eigentlich ein klarer Regelverstoß) Fragen wie "Wo kommt den plötzlich dieser Springer her ?" sind keine Seltenheit. Öfters entsteht ein ununterbrochener Materialfluss, bis meist einer der vier Kontrahenten zufällig plötzlich matt ist.

Diesesmal fiel übrigens kein volles Weizenbier den hektischen Zeitnotphasen zum Opfer und machte eines der Linoleumbretter klebrig und unbespielbar. Unsere neuen, sprechenden Paulanergläser hätten sich in diesem Fall natürlich auch lautstark sofort zu Wort gemeldet mit "Uff de Uffstieg" oder "Eggestoi weghaue".

Den Gesamtsieg trug das Forster Team "The Tandem-Chess Legends" davon, das 18 Mal "GAME OVER" reklamieren konnte. Nach dem Vorjahressieg, damals noch als "Weiher 1" angetreten, kann sich das Team nun den zweiten Stern ans Trikot anbringen lassen. Mit 17 Punkten landeten die Wiesentaler Teams "Ouzo" auf dem 2. Platz und das "Oberspeyerer Feld" mit 13 auf dem 3. Platz.


Die Vorstandschaft